• Dienstag, 2011-03-08
SPD-Fraktion: Mit uns wird es kein Schuhkarton-Strandbad geben!
In der jüngsten Sitzung hat sich die SPD-Fraktion ausführlich mit der Zukunft des Strandbades am Twistesee beschäftigt. Einmütig sprachen sich die SPD-Stadtverordneten gegen den prämierten Entwurf des „Schuhkarton-Strandbades“ aus.
Fraktionssprecher Eberhard Eckhardt bekräftigte noch einmal die grundsätzliche Kritik an der Praxis der Fördertöpfe: „Das sind Gelder die den Kommunen zustehen, über ihre Vergabe wird aber nicht von gewählten Bürgervertretern entschieden, sondern in Brüssel, Berlin oder Wiesbaden. Wir hier vor Ort haben doch nur die Möglichkeit zu sagen, wir nehmen die Mittel unter den gegebenen Bedingungen oder wir gehen leer aus.“
Beim Programm Stadtumbau West kommt erschwerend hinzu, dass Bad Arolsen zwar für Projekte in Külte und Wrexen sicher mit bezahlen wird, wenn es zu keiner Strandbadförderung kommen die Stadt erstmals bei einem Förderprogramm bares Geld drauf legt. „Wir sind dann die Zahlmeister in Nordwaldeck“, fasst Stadtrat Becker die Befürchtungen der Sozialdemokraten zusammen.
Einig waren sich die SPD-Stadtverordneten, dass es keinen Neubau um jeden Preis geben dürfe, dass alle Möglichkeiten der Verbesserung oder Neugestaltung alternativ geprüft werden müssen. Dabei ergeben sich folgende Planungsvarianten:
Version 1: Das Strandbad in der jetzigen Form wird saniert. Hier sind in den nächsten Jahren mindestens Finanzmittel von 100.000 Euro nötig. Eine Förderung ist nicht möglich.
Version 2: Die markante Dachkonstruktion wird erhalten, der Gebäudeteil wird abgerissen und neu gebaut. In diesem Fall beläuft sich die Kostenschätzung auf 350.000 Euro. Inwieweit dieser Betrag mit Mitteln aus dem Stadtumbau gefördert werden kann, muss noch festgestellt werden. In jedem Fall muss die Stadt 50% der Kosten, also 175.000 Euro selbst aufbringen.
Auf Nachfrage bei einem Bausachverständigen ob diese Kostenschätzung realistisch oder überzogen seien erfuhren die Stadtverordneten, dass es sich um reale Ansätze handele, die eher noch überschritten würden.
Version 3 :
Auf der Basis des Architektenwettbewerbs wird ein Neubau errichtet. Die Baukosten belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. Durch Fördermittel aus dem Stadtumbau und dem europäischen Tourismusförderprogramm kann eine Förderquote von 92 % erreicht werden. Damit müsste die Stadt lediglich den gleichen Betrag aufbringen wie bei einer Sanierung der gröbsten Schäden. Dabei haben die städtischen Gremien die Möglichkeit, nach Auswahl eines der prämierten Entwürfe gravierende Änderungsforderungen zu formulieren, beispielsweise um den Unterhaltungsaufwand des Gebäudes zu senken.
Für die Mitglieder der SPD-Fraktion zeigt die erste Gegenüberstellung der unterschiedlichen Versionen, dass der Neubau des Strandbades die für die Stadt günstigste Lösung darstellt. Offen bleibt die Frage nach den Folgekosten. Hier wird der Magistrat eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorlegen. „Wenn wir genaue Zahlen kennen und die hohe Förderquote gesichert ist, werden wir endgültig entscheiden. Dabei gilt für uns die Prämisse: Attraktives Strandbad für wenig Bad Arolser Steuergeld,“ fasst Eberhard Eckhardt die Position der SPD-Fraktion zusammen.
Tisch müssen, bevor man sich entscheidet, oder? Mich wundert es schon, das die SPD-Fraktion schon die "günstigste" Lösung kennt. Bisher sind schonmal 125TSD Euro Ausschreibung und Architekturwettbewerb plus 15% der im Külte, Wrexen und Berndorf investierten oder zu investierenden Millionen ausgegeben - und noch ist kein einziger Stein in unseren schönen Twisteseesand gesetzt, nur viel Geld.



